Samstag, 12. Juni 2010

Fleisch macht frühreif

"Ernährung

Eine Ernährungsstudie hat gezeigt, dass hoher Fleischkonsum Mädchen jünger geschlechtsreif werden lässt. Die Studienautoren raten dennoch nicht zu einer fleischlosen Diät.....
Für ihre Studie untersuchten sie die Ernährungsgewohnheiten von 3298 Mädchen aus Gemeinden im Südwesten von England. Die Daten stammten aus einer Langzeitstudie, an der Eltern und Kinder seit den 90er-Jahren teilgenommen hatten. Die Eltern notierten den Speiseplan für ihre Kinder, als diese drei Jahre alt waren und abermals, als diese sieben Jahre alt und damit bereits schulpflichtig waren.

Die Wissenschaftler teilten die Teilnehmerinnen in zwei Kategorien ein. In die erste Kategorie kamen alle Mädchen, die bis zum festgelegten Grenzalter von zwölf Jahren und acht Monaten die erste Periode bekommen hatten. In die zweite Kategorie diejenigen, die erst später geschlechtsreif wurden. So konnten die Forscher beobachten, ob die Essgewohnheiten in den Kategorien auffällig verteilt waren. Um das Grenzalter zu bestimmen, hatten sich die Mediziner an jenem Alter orientiert, anhand dessen sich die gesamte Mädchengruppe in zwei gleich stark besetzte Gruppen unterteilen ließ.
Folge extremen Fleischkonsums

Es zeigte sich, dass Mädchen mit dem höchsten Fleischkonsum im Schulkindesalter mit hoher Wahrscheinlichkeit (49 Prozent) ihre erste Periode bis zum Erreichen des Grenzalters bekommen hatten. Die Mädchen mit dem geringsten Fleischkonsum waren seltener in der ersten Kategorie vertreten. Nur 35 Prozent von ihnen hatten ihre erste Regel schon mit zwölf Jahren und acht Monaten bekommen.

Die Studienautorin Imogen Rogers möchte ihre Studie nicht missverstanden wissen: Sie sieht keinen Anlass gegeben, jungen Mädchen eine gänzlich fleischfreie Diät zu verordnen. Moderater Fleischgenuss sei gesundheitsfördernd, denn Fleisch sei ein Zink- und Eisenlieferant. Lediglich extremer Fleischgenuss sei zu vermeiden. Weitere Forschungsarbeiten sollen die Ergebnisse bestätigen. Die Studie ist im Fachjournal „Public Health Nutrition“ erschienen."

wm/University of Brighton/PubMed