Es gibt noch so unendliche viele Anregungen Rudolf Steiners, die in der Praxis der Waldorfschulen erarbeitet werden müssen.
Ein ganz besonderes Anliegen ist der Umgang mit "Fehlern" und das "Korrigieren". Nicht nur in den öffentlichen Schulen auch bei uns spielt die "Korrektur" eine nicht unerhebliche Rolle. Ganz drastische Ausmaße nimmt sie in der Oberstufe an. Manches ist dort durch die äußeren Forderungen notwendig, vieles aber geschieht freiwillig.
Es gibt nur einen wirklich positiven Umgang mit den sog. Fehlern eines Schülers:
1. Man registriere sie als Lehrer ganz aufmerksam, aber unauffällig, d.h. der Schüler soll nicht bemerken, dass man einen Fehler entdeckt hat..
2. Man denke darüber zu Hause nach und überlege sich, was der sog. Fehler über das Wesen des Schülers aussagt.
3. Man überlege sich pädagogisch geschickte Wege, um dem Schüler an seinen Schwachstellen zu helfen.
Sicher gibt es beim Schreiben und Rechnen Situationen, wo ein Fehler deutlicher sichtbar wird. Da kann man dann alles Erdenkliche unternehmen, um der Sache so wenig Wert und Bedeutung zu geben wie nur möglich.
Ich stieß dazu vor kurzem auf eine Stelle in einem päd. Vortrag Rudolf Steiners, die ich nun zitieren möchte. Leider ist mir die Literaturangabe verloren gegangen:
„ Es ist leicht, sich vor eine Klasse hinzustellen und in einer Weise herauszubekommen: Der sagt etwas Richtiges, der etwas Falsches! - und dann zu korrigieren das Falsche ins Richtige; aber eine eigentlich erzieherische Tätigkeit wird, dabei nicht ausgeübt. Es ist ganz unwesentlich für die menschliche Entwickelung des Kindes, wenn man das Kind Aufsitze und Schularbeiten machen lässt und sie korrigiert, und das Kind sich überzeugt, dass es Fehler gemacht hat. Das Wesentliche ist, dass man einen feinen Sinn hat
für die Fehler, welche die Kinder machen. Fehler machen die Kinder auf hunderterlei Weise. Jedes Kind macht anders seine Fehler, und wenn man einen feinen Sinn hat dafür, wie verschieden sich die Kinder verhalten mit Bezug auf die Fehler, dann kriegt man heraus, was man zu tun hat, um die Kinder weiter zu bringen.“
"Schon ein paar Familienrituale erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder gesund aufwachsen. Wenn Routinen im Alltag eingehalten würden, könnten Kinder Stress besser bewältigen, sagt eine Studie.
Ein geordneter Familienalltag schützt vor psychischen Problemen und Übergewicht. Eine Studie der AOK hat ergeben, dass das bei Kindern sogar in doppelter Hinsicht richtig ist: Familienkultur, Rituale und Vorbildfunktion der Eltern sind demnach für die Gesundheit von Kindern wichtiger als die jeweiligen sozioökonomischen Verhältnisse vor Ort. So könnten beispielsweise Übergewicht und bestimmte psychische Erkrankungen vermieden werden, indem Routinen und Regeln gemeinsam mit den Kindern ausgehandelt und im Alltag eingehalten würden.
Eine zentrale Rolle spielen gemeinsame Mahlzeiten. Vor allem ein ausgewogenes Frühstück jeden Morgen ist die beste Voraussetzung für einen gesunden Start in den Tag. Kinder, die nicht regelmäßig gemeinsam mit ihren Eltern frühstücken, haben demnach ein doppelt so hohes Übergewichtsrisiko. Allerdings sitzen laut Studie nur 64 Prozent der Eltern morgens regelmäßig mit ihren Kindern am Tisch. Doch gerade das gemeinsame Essen morgens gebe Kindern physisch und psychisch Stärke und Sicherheit für den Tag, denn bei dieser Gelegenheit werde in der Regel auch der Tagesablauf besprochen.
Sich Auszeiten gönnen
Auch entspannte Mütter und Väter sind wichtig für die Gesundheit der Kinder: „Eltern sind die Vermittler von Gesundheit“, sagte der Leiter der Untersuchung, Klaus Hurrelmann, deshalb sei es wichtig, dass sich Eltern immer wieder eine Auszeit gönnen. Das fördere ihre Gesundheit und die ihrer Sprösslinge."
Eine Ernährungsstudie hat gezeigt, dass hoher Fleischkonsum Mädchen jünger geschlechtsreif werden lässt. Die Studienautoren raten dennoch nicht zu einer fleischlosen Diät..... Für ihre Studie untersuchten sie die Ernährungsgewohnheiten von 3298 Mädchen aus Gemeinden im Südwesten von England. Die Daten stammten aus einer Langzeitstudie, an der Eltern und Kinder seit den 90er-Jahren teilgenommen hatten. Die Eltern notierten den Speiseplan für ihre Kinder, als diese drei Jahre alt waren und abermals, als diese sieben Jahre alt und damit bereits schulpflichtig waren.
Die Wissenschaftler teilten die Teilnehmerinnen in zwei Kategorien ein. In die erste Kategorie kamen alle Mädchen, die bis zum festgelegten Grenzalter von zwölf Jahren und acht Monaten die erste Periode bekommen hatten. In die zweite Kategorie diejenigen, die erst später geschlechtsreif wurden. So konnten die Forscher beobachten, ob die Essgewohnheiten in den Kategorien auffällig verteilt waren. Um das Grenzalter zu bestimmen, hatten sich die Mediziner an jenem Alter orientiert, anhand dessen sich die gesamte Mädchengruppe in zwei gleich stark besetzte Gruppen unterteilen ließ.
Folge extremen Fleischkonsums
Es zeigte sich, dass Mädchen mit dem höchsten Fleischkonsum im Schulkindesalter mit hoher Wahrscheinlichkeit (49 Prozent) ihre erste Periode bis zum Erreichen des Grenzalters bekommen hatten. Die Mädchen mit dem geringsten Fleischkonsum waren seltener in der ersten Kategorie vertreten. Nur 35 Prozent von ihnen hatten ihre erste Regel schon mit zwölf Jahren und acht Monaten bekommen.
Die Studienautorin Imogen Rogers möchte ihre Studie nicht missverstanden wissen: Sie sieht keinen Anlass gegeben, jungen Mädchen eine gänzlich fleischfreie Diät zu verordnen. Moderater Fleischgenuss sei gesundheitsfördernd, denn Fleisch sei ein Zink- und Eisenlieferant. Lediglich extremer Fleischgenuss sei zu vermeiden. Weitere Forschungsarbeiten sollen die Ergebnisse bestätigen. Die Studie ist im Fachjournal „Public Health Nutrition“ erschienen."
Für die Entwicklung kindlicher Fähigkeiten ist das Bild des „Ausbrütens“ geeignet. Die Glucke oder die Vogelmutter sitzt auf den Eiern, wärmt sie und brütet sie aus. Im Inneren des Eies entwickelt sich dadurch das neue Vögelchen. Nie geht die Vogelmutter her und sagt, dass das Kleine da drinnen jetzt das Federbilden üben müsse. Geheimnisvollerweise geht es auf ganz anderem Weg.Es kommt einem so vor, als wüsste das Ei schon selbst, wie und welches Vögelchen in seinem Inneren sich entwickeln müsste. Nie beeinflusst die Mutter oder die Welt direkt den Vorgang im Innern. Es ist dazwischen sogar eine harte Schale, die vor einer direkten Einflussnahme schützt. Nie drängt und zerrt das Äußere an dem Inneren.
So ist es auch mit unseren Kindern. Die ungeheuere Bedeutung dieses Brütevorgangs wird noch immer – trotz aller wissenschaftlichen Bestätigungen - unterschätzt. Rechen- und Lesefähigkeiten müssen ausgebrütet werden. Das eine Vögelchen schlüpft dann einmal schneller, das andere später. Alles geschieht aber in einem verborgenen Innenraum, in einem Nachtraum, von alleine – wenndie Wärme da ist.
Diese Wärme hat beim Menschenwesen vielfältige Gestalt: Mitleid, Verständnis, In-Ruhe-Lassen, seelische Verbindung, Sich-Kümmern, Da-Sein, Zuwendung, mit Freude bereitete Speisen, das rechte Wort zur rechten Zeit, Licht und Klarheit im Umgang, Vertrauen, dass alles gut wird, Entschiedenheit und Beweglichkeit, Gerechtigkeit.
Sonderbarerweise, lernt das Kind rechnen nicht dadurch, dass es das Rechnen übt – höchstens dadurch, dass es dem Rechnen immer wieder einmal in der Welt begegnet. Es lernt es dann dadurch, dass es in irgendeinem Lebensmoment ein Interesse für diese Sache entwickelt. Das Interesse kann man ihm nicht einreden, es erwacht in seinem tiefsten Innern.
Dann wächst und wächst diese Fähigkeit, wie das Flügelchen des Vögleins im Inneren des Vogeleis.
"Einer weiteren Auswertung der jüngsten IGLU-Studie zufolge haben kleinere Klassen weniger Einfluss auf die Leistung der Schüler als bisher angenommen. Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler aus der Analyse der IGLU-Daten von 2006: »Ein Einfluss der Klassengröße ist nicht nachweisbar«, stellten die Forscher nach der Auswertung des statistischen Materials fest. Auch spiele die Schülerzahl beim Stress-Empfinden von Lehrern eine untergeordnete Rolle. Die Ergebnisse stehen damit diametral gegen die Forderung von Eltern und die Versprechen von Politikern, die Klassenstärken zu reduzieren."
Manchmal werden neue Schüler in eine Klasse aufgenommen, obwohl man skeptisch ist, ob diese in die jeweilige Klasse passen. Im Konferenzgespräch kann jemand äußern, dass es ja eine Probezeit gäbe...
Das ist problematisch. Wenn man ein Kind in eine Schule aufnimmt, dann verbindet man sich völlig mit diesem Kind. Ab diesem Moment ist man für seine gesamte schulische Entwicklung verantwortlich. Man wird dies nur tun können in der vollsten Überzeugung, dass man das will und dass man das kann. Skepsis ertötet jede seelische Entwicklungsmöglichkeit für Lehrer und Kind. Nur Zuversicht kann dabei helfen. Man kann ein Kind, das man in Ehrlichkeit einmal auf- und damit angenommen hat, nie mehr loswerden wollen. So tief ist eine echte Verbindung.
In der neuen Erziehungskunst, Juni 2010, schreibt Hennig Köhler dazu über
„Schüler auf dem Schleudersitz?“
„Eine angehende Waldorfmutter schreibt mir. „An unserer Schule ist eine 12-monatige Probezeit für alle neu aufgenommenen Kinder vorgesehen. Das irritiert mich sehr.“ ...Die Kinder sind unter Vorbehalt aufgenommen. Sie müssen sich erst bewähren...
Über Kinder und Eltern hängt also während des gesamten ersten Schuljahres das Damoklesschwert der Kündigung. Besagte Mutter schreibt: “Man hat uns einen Auszug aus dem Schulgesetz mitgeschickt: Ordnungsmaßnahmen, Ausschluss aus dem Unterricht, schriftlicher Verweis, Schulverweis...das volle Programm.“
Reine Formsache? Leider nein. In meiner Sprechstunde wurden allein im laufenden Schuljahr mehrere Familien vorstellig, denen man mitgeteilt hatte, ihre Kinder – Erstklässler an Waldorfschulen - seien voraussichtlich nicht mehr lange tragbar...
Die Gepflogenheit, illusorisch kurzfristige Ultimaten zu stellen – oft ohne Vorwarnung-, ist sehr verbreitet und setzt sich bis in die Oberstufe fort...
Prinzipiell gilt: Unter dem Druck ultimativer Fristen verschlechtern sich die Aussichten der betroffenen Schüler. Nicht immer aber meistens...“
Auch die Waldorfpädagogik ist in gewisser Weise ein Kind dieser Zeit. Das Hineinpressen in ein schulisches Zwangssystem bleibt bei uns eben keinem Kind erspart. Auch bei uns denken Eltern und Lehrer, wenn auch mit großer Leidenschaft und großem Engagement, immerzu daran, wie sie den Kindern zu ihrem Glück verhelfen können. Auch bei uns scheut man nicht davor zurück, leichtere Zwänge auszuüben, auch wenn die Notenpeitsche fehlt, weil man meint, dass das Kind in eine gewisse, sozial übliche Norm gebracht werden muss.
Die Individualisierung ist noch lange nicht voll begriffen und ergriffen. Hier gilt es noch viel radikalere Änderungen durchzuführen. Das Abschaffen der Hausaufgaben wäre nur ein erster, kleiner Schritt.
Dazu folgendes Zitat von Rudolf Steiner:
„Wir sind uns eigentlich gar nicht stark genug bewusst, wie wir in der Menschheitsentwickelung zurückgekommen sind; die Menschen waren einmal so weit, dass sie die Kinder mehr oder weniger wild haben aufwachsen lassen; dass sie sie gar nicht besonders haben unterrichten lassen. Da hat man nicht eingegriffen in die Freiheit des Menschen, so in die Freiheit eingegriffen, wie wir das tun. Wir fangen an mit 6 Jahren in die Freiheit des Menschen einzugreifen, und müssen, was wir eben dadurch verbrechen, was wir an Freiheit zerstören, dadurch wieder ausbessern, dass wir in der richtigen Weise erziehen. Wir müssen uns klar darüber sein, dass das Wie des Unterrichtens von uns verbessert werden muss, weil wir sonst einem furchtbaren Zustand entgegengehen. Die Leute mögen noch so stark feststellen, wie hoch die Kultur gekommen ist, wie wenig Analphabeten es gibt und so weiter — sie sind doch bloß Abdrücke, Automaten von dem, was in der Schule zubereitet worden ist.“
Mir fiel auf, dass es immer wieder Eltern gibt, die geradezu euphorisch über die Waldorfschule reden. Sie loben laut Schule und Lehrer bei jeder Gelegenheit. Sie tragen dieses Lob in die Welt - fast ein wenig missionarisch.
Manchmal sind es auch Eltern, die zunächst ihre Kinder auf einer Regelschule hatten, und dann besonders beeindruckt von den neuen Erfahrungen in der Waldorfschule sind.
Doch nach einiger Zeit sind sie schon wieder verschwunden...
Mit aller Macht arbeitet heute die materialistische Wissenschaft daran, den Erziehungsprozess in ihre Hand zu bekommen. Sie breitet Dogmen über die Welt hinweg aus, an fast denen nicht mehr vorbeizukommen ist. Menschliche Phänomene werden zu Krankheiten erklärt, die man durch bestimmte Methoden oder gar chemische Mittel zu bekämpfen habe.
So ist heute an einen vernünftigen, individuellen Umgang mit dem Phänomen der Linkshändigkeit gar nicht mehr zu denken. Alle "wissenschaftlichen" Forschungen arbeiten dem entgegen.
Ebenso wird das langsamere Sich-Verbinden einer vielleicht gar sensiblen Menschenseele mit den furchtbar abstrakten, intellektuellen, schwarzen Wesen, den Buchstaben, als Lese-Rechtschreib-Schwäche deklariert, der unbedingt und sofort wiederum mit gewissen "wissenschaftlichen" Methoden beizukommen ist. Die Eltern werden dadurch ständig in Angst versetzt, etwas zu versäumen.
In der Waldorfschule wissen wir durch die Menschenkunde, dass man den Kindern viel, viel Zeit lassen soll beim Erlernen dieser Kulturtechniken. Dennoch erlebe ich jetzt auch schon bei Waldorflehrern, wie sie unter diesem Druck in die Knie gehen und bereitwillig sich nun auch Leseprogrammen und Lesetrainings-Methoden unterwerfen.
Zu diesen Fragen ein Auszug aus einem Text von Thomas Jachmann (siehe rechts der entsprechende Link):
"Vertieft man sich in solche von der Anthroposophie gegebene pädagogische Gesichtspunkte, so erweitert sich die eigene Fragestellung zur Aufgabenstellung des Klassenlehrers. Man spürt aber auch sehr deutlich, dass die vermeintlichen Zwänge und Vorstellungen des Alltags immer wieder diese Weite angreifen und nicht aufkommen lassen wollen. Sogenannte wissenschaftliche Erkenntnisse postulieren Schwächen und Krankheiten des Schülers, wo vielleicht nur unterschiedliche Entwicklungsverläufe vorliegen, die über die tolerierte Norm hinausgehen und staatliche Erziehungsverordnungen legen einheitlich fest, was zu einem bestimmten Lebenszeitpunkt gewusst und gekonnt werden muss. (Eine sehr gute und fundierte Darstellung über unterschiedliche Entwicklungsverläufe und zeitliche Bandbreiten in der kindlichen Entwicklung gibt Remo H. Largo in seinem Buch „Kinderjahre“ , München 2000)
Aus vielen Gründen fällt es deshalb dem einzelnen Lehrer immer schwerer, vor Kollegen oder Eltern diesen Glaubenssätzen, dass es Legasthenie oder Rechenschwäche als wissenschaftlich erwiesenes Krankheitsbild gibt oder dass ein Kind bis zum 4.Schuljahr unbedingt Sicherheit in der Rechtschreibung erlangt haben muss, energisch zu widersprechen.
Und doch mehren sich die Beispiele von ... Menschen ,die... erst mit 14 Jahren Schreiben und Lesen gelernt haben und trotzdem ein gutes Abitur machten oder als sogenannte Legastheniker zu weltberühmten Schriftstellern geworden sind. Um die notwendige innere Kraft und Sicherheit gegenüber allen Angriffen auf eine Pädagogik aufzubringen, die nicht der Leistung und der einseitigen Ausbildung von staatlich gewünschten Fähigkeiten, sondern der Ausbildung eines für das ganze Leben gesunden Menschen die Priorität gibt, muss der Erzieher sich eine innere Haltung erwerben, die meiner Erfahrung nach vor allem aus einer Arbeit an der Menschenkunde und deren gemüthafter Vertiefung entstehen kann. Neben dem Studium der Vorträge über Erziehung und Kunst empfehlen sich, wie ich es erlebe, dabei ganz besonders die Vorträge GA 205 bis GA 208."
"Die körperliche Entwicklung schreitet immer schneller voran."
"Die seelische Entwicklung bleibt zurück."
Diese beiden Aussagen hört man oft.
Generell kann ich nach dreißigjähriger Berufserfahrung die beiden Feststellungen nicht unbedingt bestätigen.
Es könnte sein, dass ich bei einzelnen Mädchen eine deutlich frühe körperliche Reife beobachte oder davon höre. Allerdings sprach man früher nicht so offen über alles, wie heute.
Nach meiner Empfindung gilt alles, was wir aus der Menschenkunde über die Entwicklung der verschiedenen Leiber wissen und wie wir im Unterricht mit ihnen arbeiten und umgehen sollen, nach wie vor. Die Nachahmungskräfte z.B. sind noch immer wunderbar in den ersten Schuljahren für das Lernen einsetzbar.
Aber dennoch durchzieht alles bei den Kindern eine größere Reife, Bewusstheit, Wachheit, Wissensbegierde. Auch ihr soziales Bewusstsein ist weiter entwickelt.
Das alles ist Ausdruck der Bewusstseins-Seele, die die Kinder in sich tragen.
Diese muss heute immer schon angesprochen werden- vom ersten Schultag an. Das wird in der Waldorflehrerausbildung noch gar nicht ausreichend studiert. Der Lehrer hätte die Kinder lieber so, als trügen sie nur die Gemütsseele in sich. Daraus ergibt eine Diskrepanz. Man klagt dann über die ungünstigen Zeitverhältnisse und gibt ihnen die Schuld.
Immer häufiger beobachte ich, dass in Hauptunterrichten "Spielerisches" eingefügt wird.
Daneben sieht man aber auch, dass im Unterricht intellektuelle Elemente vorkommen: Immer wieder vorgefertigte, kopierte Blätter; Rechnungen, wie aus der staatlichen Regelschule; für die Sprachlehre Blätter zum Lücken ausfüllen usw.
In der Waldorfpädagogik werden die beiden Dinge miteinander verbunden. Sprachlehre wird zur Kunst. Die Rechenaufgaben verbinden das Kind selbst mit dem Lebendigen. Es braucht keine auflockernden Spiele, wenn der Unterricht lebendig ist.
Aufgelockert muss nur werden, wenn man zur sehr verhärtend gewirkt hat. Soweit soll man es nie kommen lassen.
Äußerungen Rudolf Steiners in den "Konferenzen" zum Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen.
Manche der folgenden Äußerungen Steiners mögen durch die Zeitverhältnisse heute anders zu beurteilen sein (Kino, Schundliteratur), vieles ist noch gültig. Korrigiert werden muss das Urteil, dass "früher alles einfacher" war. Vieles ist heute sogar einfacher und doch gibt es auch heute vieles, wo man pädagogisch handeln sollte.
Bei den Zitaten wird meist leider auch nicht deutlich, wie der Gesprächsverlauf war, auf welche Ereignisse sich Steiners Worte beziehen.
Immer wieder betont Steiner, dass man die "Kinder aufmerksam macht". Dabei meint er, wenn ich es für nötig halte, über Unarten zu sprechen, dass ich dann die Aufmerksamkeit der Kinder erst besonders auf diese Unart richte. Sie finden dann diese Unart interessant und wollen sie erst recht begehen. Kinder handeln zunächst immer eher unbewusst. Je mehr der Erwachsene dann über diese Dinge redet, desto bewusster werden sie, desto mehr reizen sie den jungen Menschen, sie zu tun. Es ist ein Irrtum, dass der Mensch Dinge nicht tut, bloss weil er verstandesmäßig weiß, dass er sie nicht tun soll.
Viel wichtiger als die Beurteilung einzelner Aussagen oder Probleme, erscheint es mir, den Geist zu erspüren, der hinter Rudolf Steiners Äußerungen steckt, und selber zu versuchen, aus diesem Geist heraus - auch in ganz anderen Situationen - zu handeln:
"Es ist ungeheuer wichtig bei dieser Frage, dass man da wirklich erst dann, wenn es gar nicht zu umgehen ist, irgendwie eingreift, während man möglichst wenig die Kinder verführen soll dadurch, dass man jeden solchen Fall mit den Kindern selbst behandelt. Dadurch macht man sie erst ungezogen. Nehmen sie einen solchen Fall, der vorgekommen ist. Ein Mädchen setzt sich einem großen Knaben auf den Schoß: Sie können ganz sicher sein, solange es möglich ist, muss eine solche Sache ignoriert werden. Man muss versuchen, das zu verhindern. Ja nicht so weit gehen, die Kinder auszuzanken. Dann macht man sie sicher aufmerksam. Diese Sache ist außerordentlich vorsichtig zu behandeln. Sonst können sie es gar nicht wagen, Knaben und Mädchen untereinander zu unterrichten, wenn Sie nicht vermeiden, direkt vorzugehen. ...
Es kommt hier wirklich auf ein Taktgefühl an. Es kann zuweilen etwas sein, was scharf bekämpft werden muss. Bei diesem Punkt sollte man viel mehr indirekt als direkt vorgehen, sonst macht man die Kinder aufmerksam." (Konferenzen II, S.48)
"Eine Sache, die natürlich besprochen werden muss - ich meine wirklich bloß darum, dass nicht von dieser Seite jede mögliche Gegnerschaft kommt - , das ist das Benehmen zwischen den Geschlechtern. Ich will es nicht auffassen, als ob es etwas Furchtbares wäre. Es dürfte nur nicht allzu starke Dimensionen annehmen.
Ich nehme es nicht schlimm...Die Mädchen sagen, die Jungen hätten es von Büchern oder vom Kino. Es ist die Hauptsache, dass man sich darum kümmert. Ich will nichts anderes sagen, als dass man die Dinge kennen muss und versuchen muss, in aller Güte damit fertig zu werden.
Ich meine, dass man ein Auge darauf haben soll, damit es nicht zu stark einreißt. Viel machen lässt sich nicht, weil man dadurch Öl ins Feuer gießt. Im Ganzen, werden es nur ein paar sein. Ich würde die Schundliteratur ausmerzen. Vom Kino würde ich die Jungen abbringen, weil es den Geschmack verdirbt, weil es mit der Geschmacksentwicklung zusammenhängt. (Konferenzen II, 91 f)
Muss man es ernst nehmen, wenn man eine Entscheidung delegiert hat, und es gefällt einem diese Entscheidung eines delegierten Komitees nicht?
In sozialen Gestaltungsfragen nahm Rudolf Steiner alles sehr bewusst, ja pedantisch genau.
Nachdem es im ersten Kollegium der ersten Waldorfschule in Stuttgart Schwierigkeiten bei der Schulverwaltung gab, wurde eine Gruppe, ein "Komittee", von den Kollegen gewählt, dieses Komittee sollte wiederum drei Kollegen bestimmen, die sie für die Schulverwaltung für geeignet hielten. Das Kollegium sollte dann dieser Auswahl zustimmen.
Als die Dreiergruppe vorgestellt wurde, meldete sich ein Mitglied des Kollegiums und schlug wohlmeinend zur Ergänzung dieses Dreiergremiums einen vierten Kollegen vor.
Damit wurde der ganze, gründlich vorbereitete Weg über den Haufen geworfen, da die Arbeit der Vorbereitungsgruppe quasi negiert wurde. Rudolf Steiner reagierte empört wie selten. Er betrachtete diesen ergänzenden Vorschlag als ein Misstrauensvotum. Für ihn ist es selbstverständlich, dass das Komittee sofort zurücktritt :
Dr. Steiner:
Das würde doch das vollste Misstrauen bedeuten. Dieses vorbereitende Komitee legt seine Funktionen nieder mit der heutigen Lehrerkonferenz. Selbstverständlich ist es so, dass dieser Gegenvorschlag gemacht werden kann. Das Misstrauen würde darin bestehen, dass man einfach, ohne weiter sich aufzuregen, nun um abzustimmen, nicht per Block, sondern per Akklamation, für vier stimmt. Selbstverständlich ist es an sich kein Misstrauensvotum für das Komitee, wenn die vier Herren gewählt werden. Aber so, wie die Behandlungsweise projektiert worden ist, wäre es ein Misstrauensvotum, weil man den Vorschlag des Komitees ohne Diskussion in den Wind schlägt. Das Misstrauen liegt darin, dass man ein
Komitee einsetzt, von dem man voraussetzt, dass es mit Prüfung der Tatsachen unter voller Verantwortlichkeit seine Vorschläge macht.
Dann wird ein Gegenvorschlag gemacht. Nun wählen wir sie alle vier. Das heißt, dass man einen Akt, den man selbst gemacht hat, so wenig ernst nimmt. Um die Sache loszukriegen, stimmt man für alle vier.
Das bedeutet ein Misstrauen für das Komitee. Die Sache so behandeln, dass wir bloß die Illusion erwecken wollen, dass wir harmonisch und einig sind, das bedeutet das Misstrauen gegen das Komitee.
Wir müssen ehrlich uns aussprechen. Darauf kommt es an, dass jeder seine festbegründete, innere Meinung hat. Wie wir hier die Waldorfschule gegründet haben, haben wir aus dem Herzblut heraus die Sache begründet, und jetzt geht so viel von dem schrecklichen System, von dem Unernst, dem nicht Seriösnehmen der Sache, auch ins Kollegium herein. Es bedeutet doch etwas anderes, wenn das Kollegium einig ist, dass der Vorschlag angenommen wird oder nicht. Das ist doch eine Sache, die einem ans Herz geht. Das möchte ich betont haben, dass wir die Sachen nicht oberflächlich nehmen dürfen. Unter‑ und Hintergründe bestehen, ich gebe mich keiner Illusion hin. Wenn ein solcher Vorschlag gemacht wird, so bestehen Untergründe. Auf dem Felde der Anthroposophie muss Ehrlichkeit und nicht Verwutzeltheit herrschen. Das ist, um was ich Sie bitte, einmal ernsthaft anzufangen, wenigstens hier, an der Stätte der Waldorfschule wenigstens aufrechtzuhalten, dass wir nicht über Disharmonien einfach in eine Atmosphäre von Augenzudrücken übergehen, dass wir uns ehrlich aussprechen.
Ist es denn unmöglich, dass sich die Leute sagen, ich habe dies und jenes auf dem Herzen gegen dich, und man leidet sich deshalb nicht weniger gern, und arbeitet deshalb nicht weniger gern zusammen? Warum soll man sich nicht die Wahrheit unter die Augen sagen und trotzdem sich schätzen und achten?
Als Argument für manche Dinge, die heute im Unterricht gemacht werden, die aber nicht aus der Menschenkunde entwickelt wurden, wird oft genannt, dass es die Kinder aber sehr interessiert habe, sie seien mit Freude und Begeisterung bei der Sache gewesen.
Die positive Reaktion der Kinder reicht aber nicht allein aus, um einen Inhalt oder eine Methode zu rechtfertigen. Aller Unterricht muss auch im menschenkundlich-wissenschaftlichen Sinne begründbar und abgesichert sein.
Dazu eine Stelle aus den Konferenzen mit Rudolf Steiner:
Eine Eurythmielehrerin berichtete:"Ich hatte die Wirkung, dass die Klasse sehr interessiert war."
RudolfSteiner:
"Vielleicht ist sie noch mehr interessiert, wenn Sie einen kleinen Film vorführen.
Wir dürfen nie darauf gehen, wie die Kinder interessiert sind durch irgendetwas. ...Es kommt nicht darauf an, dass sie interessiert sind, das wäre eine furchtbar phantastische Pädagogik. Wenn das einreißen würde, dann würde der Unterricht leiden... Entweder ist es im Prinzip richtig, dann müsste es gemacht werden, oder es ist falsch...Das istjedenfalls etwas, das nicht gehen kann."
nun folgendes Zitat aus den "Seminarbesprechungen":
"Hat man solche richtige hervorragende Schülerbegabung abgesondert, und hat man die wirklichen Brävlinge, die immer existieren, ausgesondert, dann kennt man sie, und man wird sie fast immer durch Vereinigung von zwei Methoden zu behandeln haben. Das erste wird sein, daß man mit ihnen, nicht vor der Klasse selber, sondern unter vier Augen reden wird. So dass sie einsehen, sie sind durchschaut.
Man redet mit ihnen sehr eindringlich: « Ihr macht dieses, ihr macht das», und man charakterisiert auch diese Eigenschaften und legt nachher in diesem Falle die Sache auf die persönliche Note. «Ihr könnt das immer machen, ihr könnt das immer wieder und wieder machen. Ihr glaubt, das sei mir angenehm, ihr tut mir damit einen Gefallen? Nein, ich will das gar nicht haben. Es ist mir unangenehm!» Nicht vor der Klasse, aber unter vier Augen spricht man so zu ihnen. Das ist das eine. Man macht dem Schüler ganz klar, daß man ihn durchschaut.
Das andere ist dieses: Man stellt ihm Aufgaben, die ihm zu groß sind, und versucht, ihm klarzumachen, wenn er diese übergroßen Aufgaben lösen muß, so ist es deshalb, weil er sich hervortun will. Es ist schwerer für ihn, diese Eigenschaften zu bekämpfen, als übergroße Aufgaben zu lösen. Aber unangenehmer ist es für ihn, diese Aufgaben zu machen. Deshalb wird er sich bemühen. Wir müssen ihm sagen, daß er solche Aufgaben deshalb bekommt, weil er sich hervordrängt. Aber wenn er diese Eigenschaften bekämpft, wird er keine anderen Aufgaben machen müssen als die übrige Klasse.
Man kann aber namentlich die beiden Dinge für einen Schüler oder eine Schülerin zusammenkoppeln und wird dadurch, daß man ihm sagt, daß man ihn durchschaut, und ihm sagt, daß er solche Aufgaben deshalb bekommt, weil er sich vordrängt, durch das Zusammenkoppeln dieser beiden Sachen sicher viel erreichen. Sie werden sehen, daß Sie den Schüler nach einiger Zeit kuriert haben werden, wenn Sie diese Methoden anwenden."
Waldorfpädagogik ist Bewusstseins-Seelen-Pädagogik, nicht Gemüts-Seelen-Pädagogik. Letzteres ist noch immer die verbreitete Überzeugung und Praxis: Es soll alles nett sein, gemüthaft, künstlerisch und schön. Viele Menschen flüchten sich geradezu deshalb in den Waldorflehrer-Beruf, weil sie wirklich diese Insel suchen.
Das ist ein großer Irrtum. So kann die Waldorfschule nie ihren Auftrag erfüllen.
Die Angaben Steiners bedeuten harte, unerquickliche Arbeit für die Lehrer und manchmal auch für die Schüler.
Gerade stieß ich wieder in den "Seminarbesprechungen" (gegen Ende der 6.Besprechung) auf solche unangenehmen Stellen.
Machen Sie das so, wie es da steht? Trauen Sie sich das? Oder denken Sie gar: Wie unmöglich, was Steienr da sagt; das arme Kind!
Es geht um die Behandlung von "Frömmlingen", "Brävlingen" und "Strebern":
"Das erste wird sein, daß man versucht, sorgfältig festzustellen, ob es sich handelt um ein berechtigtes Hervortun der begabteren Schüler, die mehr leisten können. Bei diesen wird man darauf sehen, daß nicht die größere Begabung in ehrgeizigen Egoismus übergehe. Man wird versuchen, das, was sie mehr können, für die anderen fruchtbar zu machen. Einen solchen Brävling wird man im Sinne seines größeren Könnens etwas machen lassen, was den anderen zugute kommt, so dass er nicht nur für sich, sondern auch für die anderen mitarbeitet. Kann er besser rechnen, so läßt man ihn den anderen vorrechnen und die anderen sich an ihm hinaufranken. Wenn er dann vom Lehrer die Folge seiner Gesinnung erfährt, die sich so ausdrücken kann: «Der Müller ist ein guter Junge. Seht, der Müller, der kann ja recht viel. Solche Menschen können den anderen viel nützen. Und ich lobe euch nun alle dafür, daß ihr von dem Müller so viel gelernt habt.» - Also überleiten das Lob auf den einen in das Lob für alle!
In folgendem Interview in der WELT vom 8.Mai 2010:
"Es war wie im Paradies"
VON ULRICH WICKERT8. Mai 2010, 04:00 Uhr
(Ingo Schulze war Stipendiat der Villa Massimo. Im Gespräch mit Ulrich Wickert zieht er ein Resümee seiner Erlebnisse in Italien und gibt Einblicke in sein neues Buch, das in Rom entstand.)
finden Sie, wenn Sie genau lesen, wieder einen deutlichen Hinweis auf die Bedeutung der Nacht und des Schlafes:
.... Ulrich Wickert:
Eugène Ionesco hatte in seiner absurden Schreibstube eigentlich nur eine Couch und sagte sich: Da lege ich mich drauf, und irgendwann kommen mir die Ideen, und die diktiere ich dann meiner Sekretärin. Wie verhält sich das bei Ihnen mit der Inspiration?
Schulze:
Bei mir funktioniert das nicht ganz so. Bei mir passiert das Meiste, wenn ich versuche, Sätze aufs Papier zu bringen. Natürlich muss man irgendeinen Ansatzpunkt haben. Einen Anfang, einen Satz. Ich mache aber auch oft die Erfahrung, dass in dem Moment, wo man die Arbeit beendet, plötzlich noch etwas passiert, dann, wenn man sich nicht mehr in der Phase der Hochkonzentration befindet, sondern eher in einem Zwischenreich. Das hat dann durchaus etwas von Ionescos Dämmerzustand. Und plötzlich merkt man am nächsten Morgen: "Es" hat für einen gedacht. Es ist etwas passiert. Dann fragt man sich ganz verwundert: Nanu, wieso weiß ich das denn jetzt?....
Es ist eine bekannte Anregung Rudolf Steiners, dass man für das Lernen auch die positive Wirkung des Schlafs einsetzen soll.
Nun beschäftigt sich auch die traditionelle Wissenschaft auf ihre Weise engagiert mit dem Phänomen des Schlafes, für den es nämlich bisher keine naturwissenschaftliche oder biochemische Notwendigkeit und Erklärung gibt.
Ein Ergebnis des Psychologen Jan Born:
"Frage von spiegel-online: Ist Schlaf denn nur fürs Gedächtnis gut?
Professor Born: Nein, der Schlaf schafft auch eine neue Sicht auf Dinge. Wir haben Leuten vor dem Schlafengehen ein Zahlenrätsel gegeben. Sie erkannten nicht die Systematik, die sich dahinter verbarg. Dann haben wir eine Gruppe schlafen lassen, die andere nicht. Diejenigen, die schlafen durften, konnten das Rätsel hinterher eher lösen."
„Nicht alle Kinder sind in der Lage, so zu lernen wie du, manche muss man dazu antreiben; und vor allem sind nicht alle Eltern in der Lage, das zu tun, was deine getan haben – deine Eltern sind gebildet und intelligent!“
"Ich habe festgestellt, dass das Kind, das man in einem System „organisiert“, in dem Erreichen der Durchschnittsnote zufrieden stellt, Dienst nach Vorschrift macht. Man spricht vom Motivieren des Kindes: Es würde genügen, es spielen zu lassen.
Man bemüht sich, das Interesse des Kindes für Gebiete zu wecken, die es vernachlässigt, dabei würde es genügen, ihm die Möglichkeit zu geben, sich denen zu widmen, die es interessieren. Und schließlich verfällt man „zu seinem eigenen Besten“ auf einen üblen Handel: Man dressiert das Kind wie ein Tier, indem man es mit schlechten Noten bestraft und mit guten Noten belohnt.
Schauen Sie sich ein ganz kleines Kind an, schauen Sie sich seinen wissensdurstigen Blick auf die Welt an. Glauben Sie wirklich, dass man es antreiben muss?...
Wenn das Kind etwas älter ist, beginnt es auf seine Art und Weise, Handlungen, die es beobachtet, nachzuahmen. Das Spiel istgeboren. Es wird zum wichtigsten Faktor seines Lernprozesses und sorgt für die unablässige Wiederholung, durch die sich das Erlernte verfeinert und verankert....
Nun, jedes Kind könnte nach demselben Prinzip auch alles übrige kennenlernen und verinnerlichen, wobei das „Übrige“ selbstverständlich nur individuell und nicht normierbar ist. Stattdessen wird sein Elan jäh unterbrochen, um ihm eine Methodik und einen Rhythmus aufzuzwingen, die ihm fremdartig und willkürlich entgegenstehen. ...
Es liegt auf der Hand, dass ein Kind, das damit beschäftigt ist, sein eigenes Leben zu gestalten, es nicht nötig hat, die Bildung seiner Eltern zu übernehmen. Es erschafft sich seine ganz eigene Bildung....
Jeder gut informierte und aufrichtig entschlossene Mensch kann sich ebenso für diesen Weg entscheiden; Voraussetzung dafür sind nicht Bildung oder ein bestimmtes intellektuelles Niveau, sondern Überzeugung, Liebe, Beständigkeit, Aufgeschlossenheit, Respekt und Vertrauen.“
Es gehört für mich immer wieder zu den sonderbarsten und unangenehmen Erlebnissen, wenn in der Klasse in irgendeiner Ecke plötzlich Kichern oder Gelächter ausbricht und ich nicht weiß warum.
Habe ich etwas gemacht oder gesagt, worüber man lacht? Wird ein anderes Kind ausgelacht? Viele Fragen schießen einem blitzartig durch den Kopf. Ich lächle mit? Ich frage nach? Es kommt nichts heraus. Die lachenden Kinder können meist gar nicht vernünftig antworten.
Meist ist es ganz harmlos und geht mich einfach gar nichts an. Aber weiter unterrichten kann man ja auch nicht, weil es doch sehr laut und störend sein kann.
Können sich die Albernen gar nicht beruhigen, so bitte ich sie, kurz hinauszugehen und erst wieder herein zu kommen, wenn sie sich beruhigt haben. Das wirkt ernüchternd und beruhigend und meist sind sie sehr schnell wieder da.
Was gibt's heute? Gemeinsam essen macht Familie stark (Taschenbuch) JesperJuul
Jesper Juul beschreibt einfühlsam die Situationen bei Tisch, die Eltern zum Haare-Raufen bringen, und erklärt, woran es liegen könnte. Denn die Probleme, die beim Essen zum Tragen kommen, liegen meistens tiefer. Eltern bekommen wertvolle und verständliche Anregungen, wie man das gemeinsame Essen verschönern kann - dafür müssen sie sich aber auch an die eigene Nase packen. Ein Erziehungsratgeber, der nicht nur bei der Esserziehung hilft, sondern auch allgemeine Lichtblicke beschert.
Sätze wie :"Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt", klingen heute wie autoritäre Botschaften aus einer längst vergangenen Zeit. Da Kind diktiert den Speiseplan: täglich Nudeln mit Tomatensoße! Andernfalls Essstreik. Die Eltern seien zu einer Art "Bedienung im Lustcafe der Kinder" geworden...Das Problem entzünde sich an einer gestörten Familienhierarchie, weil Eltern ihre Führungsrolle aufgegeben hätten...
Der Autor betont... die Kompetenzen der Kinder, ihre feinen Geschmacksnerven und das Gespür dafür, wann sie Hunger haben und satt sind. Es geht darum, die Balance zwischen Elternautorität und Kinderkompetenz zu halten. Eltern sind dafür verantwortlich, die Lust der Kinder am Essen zu fördern und gleichzeitig eine ebenso gesunde wie abwechslungsreiche Ernährung zu sichern. Dazu gehören die Tischmanieren....
Der Franzose André Stern hat eine Kindheit fern des Klassenzimmers erlebt. Trotzdem hat der Musiker und Journalist alles gelernt, was zum Leben wichtig ist. (Bild: privat)
„Und wenn du nun Arzt, Anwalt, Ingenieur oder Architekt hättest werden wollen?“
Ein weiterer Klassiker...
Auf der Erde würde es nur so vor Ärzten, Anwälten, Ingenieuren und Architekten wimmeln, würde sich der Ehrgeiz aller Eltern verwirklichen.
Die Tatsache, dass stets diese vier Berufe genannt werden, weist auf zweierlei hin:
Erstens: Diese vier Tätigkeiten werden auf ein Podest gehoben, was stillschweigend und unvermeidbar eine Abwertung der übrigen Berufe nach sich zieht.
Zweitens: Die Menschen, die andere Berufe ausüben, fühlen sich Ärzten, Anwälten, Ingenieuren und Architekten unterlegen. Heutzutage wird es oft als Handicap angesehen, sein Studium weniger erfolgreich bestritten zu haben, ein weniger prestigeträchtiges Studium absolviert oder eine weniger gute Schule besucht zu haben.
Mit diesem Stigma muss die Mehrheit der Menschen leben-„ach, mein Bruder hat etwas Besseres studiert als ich...“
Was soll man von einer Gesellschaft halten, die mehr Architekten als Maurer ausbildet? ...
Wenn ich Arzt hätte werden wollen, wäre ich Arzt geworden.... Angesichts meiner Überzeugung hätte ich wohl alternativen (den nicht akademischen ) Weg gewählt... Und ich bin mir sicher, dass ich auch in diesem Bereich eine Kompetenz erlangt hätte, die gewichtiger gewesen wäre als ein offizieller Abschluss und mir einen treuen Patientenstamm gesichert hätte. Und ich hoffe, dass ich auch in diesem Beruf immer in der Lage gewesen wäre, mich selbst in Frage zu stellen, neue Wege zu erkunden und meinen Geist daran zu hindern, sich auf den erworbenen Kenntnissen auszuruhen.
Aus seiner Biographie kann man sehr viel lernen. Natürlich müsste man das ganze Buch kennen, um die Aussagen voll verstehen zu können. Vielleicht sei hier nur angemerkt, dass er eben ständig von Kindesbeinen an kreativ tätig war und von Erwachsenen lernte: (Zitate aus dem Buch:)
Frage:
Der Eintritt ins Berufsleben
„Wie verlief für dich der Eintritt ins Berufsleben, und wann fand erstatt? Warst du da nicht recht hilflos, fehlten dir nicht die Arbeitspraxis und die Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen und festen Zeitplänen usw.?“
...Ich kannte diese Differenzierungen und Übergänge nicht, ganz einfach, weil ich immer schon im aktiven Leben badete, in meinem eigenen und in dem der anderen; ...
Ich habe kein Ende des Studentenlebens erfahren müssen und ebenso wenig die Notwendigkeit des Übertritt ins Berufsleben. Ich hatte keine manchmal schmerzhafte Schwelle zu überschreiten, die das theoretische Schulwissen von der Umsetzung in der Praxis trennt, denn ich habe die Welt der Praxis nie verlassen.
Es ist seltsam, dass man sich hier um mich „sorgt“; sind es nicht eher „die anderen“, die sich eines schönen Tages jäh mitten im realen Leben wiederfinden, obwohl sie bis dahin nur eine sterile, quasi geistige Parallelwelt, den Schüler- oder Studentenstatus kannten?...
Ein lebendiger Lernprozess ist tief im Alltag verwurzelt...
"In Bezug auf welche Punkte bedauerst du, nicht zur Schule gegangen zu sein?"
„...Ich bin auf keine Hindernisse gestoßen. Soweit ich zurückdenken kann, erinnere ich mich nicht an die Spur eines negativen Ereignisses, das ich auf den Umstand zurückführen könnte, keine Schule besucht zu haben.
Ich empfand keinerlei Schwierigkeiten dabei, mich „in die Gesellschaft zu integrieren“. Ich habe auch nie das Bedürfnis erlebt, mich integrieren zu müssen, da ich nie außerhalb der Gesellschaft stand. …
Allen Unkenrufen zum Trotz hat mich der Umstand, keine staatlichen Abschlüsse zu besitzen, niemals behindert. Keiner der Berufe oder Posten, die ich anstrebte wurde mir versagt. Und das aus einem einfachen Grund: Meine Kompetenz in dem jeweiligen Fachgebiet öffnete mir die Türen.
Der entscheidende Schlüssel im realen Berufsalltag, …, ist dieser: Kompetenz geht über Qualifikation. Doch obwohl die meisten Menschen auch in unseren Breiten unzählige Male selbst zu dieser Feststellung gelangten, predigen sie mit Überzeugung, dass man es ohne Titel zu nichts bringen kann. …
Bis heute habe ich mich nie um Stellen beworben. In den Strukturen, in denen ich arbeite, habe ich nach einiger Zeit oftmals leitende Positionen eingenommen.
...Da ich während meiner Kindheit nie Pflichteifer (Ehrgeiz) zeigen musste, um eine gute Note zu erhalten, habe ich auch in meinem Berufsleben diese Haltung nie eingenommen. Ich habe mich niemals einer Aufgabe angenommen mit dem Ziel auf mich aufmerksam zu machen, sondern einfach aus der natürlichen Liebe zu gut gemachter Arbeit heraus....
Die erste Frage, die mir gestellt wird, lautet immer:
„Aber hat dir der Kontakt zu anderen Kindern nicht schrecklich gefehlt?“
Darauf möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Warum wird der Kontakt mit anderen Kindern als so bedeutend angesehen? Kommt es nicht vielmehr auf den Kontakt mitanderen Menschen an?
Indem man Kinder and Erwachsene in gesonderte Kategorien einordnet, trennt man sie. Man schafft eine Kluft, zieht eine Grenze, und bewacht sie streng. ...
Ich habe in ständigem Kontakt und Austausch mit anderen Menschen gelebt, manche waren jünger, manche älter. Die gegenseitige Bereicherung ergab sich gerade aus diesem vielfältigen und kosmopolitischen Umfeld.
Es gab immer etwas, was man von jemandem lernen konnte, ebenso wie es immer etwas gab, was man jemand anderem vermitteln konnte....
Bei allem, was man mitKindern tut, ist wesentlich, dass es in einem sinnvollen Zusammenhang steht. Hauptziel soll immer das Lernen sein. Schwierig wird es, wenn die Kontrolle des Gelernten in den Vordergrund tritt. Geschieht es mündlich, dann steht der Lehrer in ständigem Kontakt mit der Schülerindividualität,er kann seine Fragen dem Schüler anpassen, seine Reaktion beobachten und er sieht sofort, was möglich ist und was nicht.
Schwieriger wird es schon bei schriftlichen Arbeiten Hier besteht keine persönliche Beziehung mehr. Etwas Anonymes, Abstraktes schiebt sich zwischen Schüler und Lehrer. Es findet kein wirklicher, pädagogischer Prozess mehr statt. Deshalb sind "Arbeiten und Tests bei vielen, gesund empfindenden Schülern auch so gefürchtet.
Der Lehrer soll durch ständige Beobachtung der Kinder immer in etwa wissen, was sie können und was nicht. Er soll auch nicht den Lerneifer der Kinder dadurch anstacheln, dass er Arbeiten vorher ankündigtund sie als subtiles Lern-Druckmittel einsetzt.
Besonders kritisch ist der Einsatz von standardisierten Testverfahren, wie die sog. Zweitklassuntersuchung , in der Waldorfschule zubetrachten. Es scheint ja etwas gut Gemeintes zu sein, dass man sich ein Bild über die Entwicklung der Kinder zu machen versucht. Aber warum macht das der Lehrer nicht ständig? Warum braucht es dazu ein Testverfahren?- so wundert man sich.
Falls ein Klassenlehrer dazu nicht in der Lage ist, so ist zunächst einmal die Frage an seine Ausbildung und Qualifikation zu stellen. Dann gibt es auch noch die Fülle der Fachlehrer, die in einer Klasse unterrichten, mit denen der Klassenlehrer sich beraten und austauschen könnte.
Als weitere Möglichkeit könnte ein anderer Kollege oder eine andere Kollegin für einige Zeit in der Klasse hospitieren oder mit unterrichten, sodass man sich gemeinsam ein Bild von den Schülern machen könnte.
Die letzte Notlösung wäre, dass man die Zweitklassuntersuchung ohne eine formalisierte Vorlage durchführt, so dass der „Prüfende“ sich ganz frei und individuell auf das jeweilige Kind einstellt.
Alles Standardisierte, Normierte oder Intellektuelle ist grundsätzlich in der Waldorfpädagogik zu vermeiden.
Alles, was man in der Schule tut oder neu einführt, muss vor dem Geist der Menschenkunde standhalten können. Die übliche Zweitklassuntersuchung kann das nicht. Sie könnte im Prinzip genau so gut von Lehrern der Regelschule erfunden worden sein und durchgeführt werden – abgesehen vom Inhalt einzelner Fragen...Sie ist ein waldorffremdes Element; das im Widerspruch zu allen menschenkundlichen Erkenntnissen steht.
"Es ist richtig. Als Lehrer macht man sich staendig ein Bild der Kinder. An unserer Schule ist diese Bewertung ein Standardverfahren. Die Erfahrung des Lehrers spielt dabei keine Rolle. Eine Lehrerin die seit 24 Jahren unterrichtet, und somit viel mehr Erfahrung hat als z.B. die Paedagogin die die Bewertung durchfuehrt, ist davon genauso betroffen wie ein "Neuling." Bei dem Prozess geht man davon aus dass es besser ist eine Bewertung von einer Person zu haben die das Kind nicht kennt, denn so wuerde man ja ein "neutrales," Bild bekommen. Oft bringt man dafuer eine fremde Person von ausserhalb der Schule ein. Bei dem Prozess gibt es viele Aspekte die dabei mit Menschenkunde nichts mehr zu tun haben."
gibt der Unternehmensberater und Gründer der Aquin-Akademie Bernward Rauchbach einen Ausblick auf die kommenden Jahrzehnte, indem er verschiedene Thesen formuliert:
"Nicht nur zwischen Mensch und Erde oder zwischen Mensch und Mitmensch herrschen Beziehungslosigkeit und Mangel, auch zwischen Schüler und Lehrer klaffen immer größere Schluchten. Die Lehrerschaften sind überaltert, Lehrer, für die es eine naturwissenschaftliche und eine diffuse Bewusstseinsrealität gibt, stehen Schülern gegenüber, die nicht nur wendiger in ihrer Auffassung sind, sondern die Lebenskräfte, Seelen- undGeisteswesen spüren oder gar sehen und in einer endlosen Einsamkeit sich verlieren, da sie niemanden finden, der diese Wahrnehmungen mit ihnen teilt.
Wie sollen zwei Generationen miteinander eine Beziehung aufbauen, die in völlig unterschiedlichen Welten leben? Wiesollen die einen den anderen etwas beibringen, wenn sie nicht verstehen, wie das Begreifen, Verstehen und Interagieren funktioniert bei einemKind, das umfänglicher wahrnimmt als es der Lehrer jemals zu träumen gewagt hat? Da ist es nur verständlich, dass sich in den Schülerschaften mehr und mehr Eigenständigkeit entwickelt, dass eine ganze Generationaus einem großen Selbstverständnis heraus eigene Ziele formuliert, eigene Wege geht und eigene Begriffe bildet (These 198).
Das schöpferische Potential dieser Generation ist unerschöpflich, und so bilden sich Schulen mit einer schöpferischen Didaktik, die mit anderen konkurrieren, in denen die Lehrer und Eltern eine blinde Gewalt bewahren konnten.
Auf diesem Feld wird nur ein graduelles Verständnis zu finden sein, eine wirkliche Beziehung der einen mit den anderen wird es sicher nicht geben, einzig die Nachsicht der Lehrer mit sich selbst und eine Großzügigkeitim Eröffnen von Freiräumen kann vermittelnd wirken zwischen zwei Generationen, von der die eine zu wissen glaubt, was richtig ist, während die andere tut, was sie tun muss.
Der Schüler lebt überwiegend in einer vielschichtigen Wirklichkeit, zu der sein Lehrer keinen Zugang hat; er übernimmt aus Autoritätsliebe die Blindheit des Erziehers und findet seinen Lebensweg zur schöpferischen Fähigkeit nur ausnahmsweise.
Das spirituelle Selbstverständnis der Schüler nimmt zu, sie ergreifen Gestaltungseinfluss und die Lehrer setzen nur noch denRahmen und die Ziele. Die gegenseitige Unterstützung der Schüler befreit von der Abhängigkeit des eingeschränkten Lehrerblickfeldes...."
Es wird viel über Sinneserziehung gesprochen. Es werden auch gelegentlich aufwendige Aktionen in den Klassen in diesem Sinne unternommen.
Aber wie sieht der Alltag in einer Schule aus? Werden die immerwährenden Sinneseindrücke wirklich ausreichend gepflegt?
Ich bin erstaunt, wie viele Jahre Lehrer z.B. an einem Schmutzfleck an einer Wand vorbei gehen können, ohne dass sie einen Lappen in die Hand nehmen würden, um ihn abzuwischen.
Das Schlimmste ist, sich an einen unvollkommenen Zustand zu gewöhnen. Dann gewöhnen sich die Schüler auch daran, mit dem Unvollkommenen zufrieden zu sein.
Der Lehrer wird neben seiner unablässigen Bemühung um die Schüler, jeden Moment nutzen, um auch für eine den Sinnen wohltuende Umgebung zu sorgen.
Das Klassenzimmer wird dann immer einen aufgeräumten Eindruck machen; nichts, was schon länger nicht mehr gebraucht wird, wird herum stehen oder liegen. Die Garderoben werden gelegentlich von vergessenen Teilen befreit. Bilder in Fluren oder Treppenhäusern, die schief hängen, werden gerade gerückt oder abgestaubt. Kritzeleien und Aufkleber nebenbei auch einmal entfernt.
Das alles braucht gar keine große, verabredete Aktionen, sondern geschieht einfach so nebenbei.
Man kann sich auch vornehmen, z.B. als Fachlehrer, dass man den Raum immer ein ganz klein wenig ordentlicher verlässt, als man ihn vorgefunden hat. Dann erstrahlt mit der Zeit eine ganze Schule in Schönheit und Glanz.
Manchmal kommt es mir so vor, dass man deswegen bei so vielen äußerlichen Dingen so unachtsam ist, weil es beim Studium z.B. kein Prüfungsfach gab: "Ordnung und Sauberkeit in Schule und Klassenzimmer". Gerne wäre ich dafür der erste Lehrstuhlinhaber an einer deutschen Universität.